> Was passiert beim Sexualtherapeuten?


Ogottogott, das ist psychisch?


Da ist das Erstaunen erstmal groß, wenn der Facharzt offenbart, daß für die Impotenz keine körperlichen Gründe vorliegen. Die Einschätzung ist recht tief verankert, daß eine körperliche Erkrankung normal und plausibel ist. Soll aber der Kopf verantwortlich sein, trifft es das Selbstbewußtsein viel härter, nicht nur in Sachen Potenz: "Maschinenschaden OK, aber ein Dachschaden?" Kein Arzt, der da noch nicht von einem Patienten den Aufschrei gehört hätte: "Zum Therapeuten? Ich bin doch nicht verrückt!" Die Entscheidung, zum Chirurgen zu gehen, würde vielen Männern leichter fallen als der Weg zum Psychotherapeuten.


Keine Angst vor dem Therapeuten







Den Rat eines Fachmanns zu suchen, bedeutet keine Schwäche. Zum Therapeuten zu gehen, bedeutet nicht "verrückt" zu sein.


Was passiert nun in einer Psychotherapie? Auf jeden Fall muß solch eine Therapie gar nicht lange dauern, sagt die Leiterin der Sexualwissenschaftlichen Ambulanz der Uni Aachen, Dr. Ulrike Brandenburg: Bei psychisch bedingter Impotenz helfen oft ein bis zwei beratende Gespräche, den Ereignissen eine harmlosere Bedeutung zu geben. Hat der Teufelskreis aus Versagensangst und Versagen bereits begonnen, bietet sich eine länger angelegte Therapie an.


Paarweise zur Therapie


Potenzprobleme sind (meist) das Problem zweier Menschen. Deswegen macht es Sinn, auch als Paar die Therapie beim Sexualtherapeuten anzupacken. Das setzt natürlich voraus, daß beide Partner das gemeinsame Ziel haben, die Probleme in den Griff zu bekommen.


Ist dies nicht der Fall, könnte, so schmerzlich die Einsicht für den Einzelnen sein mag, das wirksamste Mittel gegen die Potenzprobleme die Auflösung der Partnerschaft sein.


Die erste Sitzung


Jede Psychotherapie verläuft unterschiedlich; die Menschen, die da beisammensitzen, unterscheiden sich, und die Probleme sind ebenfalls individuell. Ein festes Schema kann es deshalb nicht geben.


Einige Grundelemente kehren gleichwohl wieder: So dient die erste Sitzung natürlich dem gegenseitigen Kennenlernen. Es braucht schon ein bißchen des Beschnupperns und des Vertrauens, bevor man leichten Herzens das Innerste nach außen kehrt. Offenheit aber braucht ein Therapeut von seinen Schützlingen, denn es ist in der Tat nicht richtig, daß ausgebildete Psychologen hellsichtig seien oder gar nach Schema F ihren Klienten durchschauten und entschlüsselten.


Beim guten Therapeuten kein Schema F


In der ersten Sitzung wird der Therapeut den Mann nach seinem sexuellen Verhalten und seiner sexuellen Vergangenheit fragen. Unter anderem wird er sich dafür interessieren, wann das Problem erstmals auftrat, welche Einstellung der Patient zur Sexualität hat, was er erregend und was abstoßend findet. Mitunter kann es auch wichtig sein, dieselben Fragen an die Partnerin zu stellen, denn auch deren Einstellung zur Sexualität mag für die Potenzprobleme des Mannes ausschlaggebend sein.


Intime Fragen ...


Bei der Befragung beim Therapeuten werden mit Sicherheit auch intime Themen angesprochen, deren Beantwortung zunächst peinlich erscheinen mag. Doch keine Angst: Sexualtherapeuten sind Fachleute, denen gegenüber man sich keiner Antwort schämen muß.


... im kleinen Kreis


Zum Schluß der ersten Therapiestunde gibt der Therapeut Hausaufgaben auf: Die Partner "müssen" dann daheim einander am ganzen Körper streicheln, wobei das Berühren der Intimregionen verboten bleibt. In der nächsten Sitzung wird über die Empfindungen dabei gesprochen. Dadurch sollen beide Partner die Gelegenheit erhalten, mögliche Frustrationen sofort anzusprechen.


Streicheln nach Anweisungen


Einige Therapeuten geben ihren Patienten genaue Anweisungen, wie sie den Partner zu streicheln haben. Wenn es dann nicht klappt, kann es keine Schuldzuweisungen und Schuldgefühle der Art "Was habe ich bloß wieder falsch gemacht" geben. Denn der Therapeut hat es ja so angewiesen. Außerdem lernen die Partner so, ohne Hast den Körper des anderen zu erkunden. Denn wenn ihnen der Therapeut zum Beispiel vorschreibt, ausgiebig den Rücken des Partners zu streicheln, bleibt die hastige Abkürzung hin zu anderen Regionen tabu. Erst wenn der Mann durch die Streicheleinheiten seiner Partnerin regelmäßig und zuverlässig eine Erektion bekommt, wird auch der Geschlechtsverkehr erlaubt.


Beste Gewinnchancen


Wer sich nun insgeheim sagt, zum Streicheln brauche er keinen Therapeuten, liegt sicherlich nicht falsch. Gleichwohl begibt sich aber sicher niemand leichtfertig in eine Therapie. Es liegt also bereits etwas im argen, das er allein oder mit Partnerin nicht beheben konnte. Warum sich also nicht einlassen auf die Therapie, schließlich kann man dabei nichts verlieren, sondern nur überaus Wertvolles gewinnen: seine Potenz und neue Freude am Sex. 

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