
Meiners: "Die Psyche spielt eine ganz entscheidende Rolle beim Schlafen." (Foto: DAK/Wiggers)
Frank Meiners, Diplom-Psychologe der DAK, zum Thema Schlafstörungen.
Können Schlafstörungen durch psychische Belastung entstehen?
Ja, nur ein kleiner Teil der Schlafstörungen wird wirklich durch körperliche Krankheiten ausgelöst. Die Psyche spielt eine ganz entscheidende Rolle beim Schlafen. Beziehungsprobleme oder Angst vor Jobverlust können dann der Auslöser für schlaflose Nächte sein. Aber auch Stress lässt viele Menschen nicht zur Ruhe kommen.
Machen Betroffene etwas falsch?
Da gibt es kein Richtig oder Falsch. Es ist oft ein Kreislauf. Tagsüber ist man müde und abgespannt. Nachts liegt man dann aber trotzdem stundenlang wach, und das Problem verschlimmert sich. Die Fähigkeit, sich zu entspannen geht einfach verloren. Entspannen und locker bleiben sind die Voraussetzung dafür, dass wir loslassen und schlafen.
Wie können Ärzte und Psychologen helfen?
Es kann schon eine große Hilfe sein, wenn der Experte sagt: Sie haben zu viel um die Ohren, kein Wunder, dass Sie schlecht schlafen! Arzt und Patient überlegen dann gemeinsam, wie sich die Situation ändern lässt.
Sind Schlafmittel eine Alternative?
Für die erste Zeit können Schlafmittel sinnvoll sein. Sie nehmen die Angst vor der nächsten Nacht. Das geht natürlich nur für kurze Zeit, etwa zwei Wochen. Langfristig müssen die Patienten eine Art der Stressbewältigung und Entspannung finden. Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung haben sich da bewährt.
Gibt es auch einen Zusammenhang mit psychischen Krankheiten?
Es ist falsch, zu sagen, Menschen mit Schlafstörungen seien psychisch krank. Wer aber eine psychische Krankheit hat, der schläft oft schlecht. Untersuchungen in Schlaflabors haben ergeben, dass der Schlaf bei depressiven Menschen oberflächlich und unruhig ist. Sie haben kürzere Tiefschlafphasen.
>
Interview: Wer nicht schläft, altert schneller
>
Das ideale Schlafzimmer: Ruhig, kühl und dunkel
>
Streichhölzer in den Augen - Kaffeetasse in der Hand
>
Schlafe ich genug? Der Teelöffel-Test
>
Einfach traumhaft: Schlaf ist keine Zeitverschwendung
>
Interview: Immer locker bleiben
>
Arbeiten und Essen gegen die innere Uhr
>
Kinder: Wenn Schlafen zum Albtraum wird