Foto: DAK/Kohlbecher
Mediterrane Kost: Viel frisches Gemüse und Obst sowie viele Omega-3-Fettsäuren (Foto: DAK/Kohlbecher)
> Mittelmeerküche: Nicht nur Ernährungs- auch Lebensstil
Die "Mittelmeerküche" kann
Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten vorbeugen, daneben wirkt sie
sich günstig auf die Lebensdauer aus. Eine Umstellung der Ernährung auf
mediterrane Kost kommt allen Altersschichten gesundheitlich zu Gute.
Wissenschaftler weisen aber darauf hin, dass die Mittelmeerküche nicht
nur eine Ernährungs- sondern eine Lebensform ist. 


Kennzeichen der Mittelmeerküche sind frisches Gemüse, Obst, Fisch,
Reis, helles Brot, Olivenöl, Knoblauch und gemäßigte Zuführung von
Alkohol wie etwa Rotwein. Zahlreiche Studien zeigen, dass Bewohner der
Mittelmeer-Länder wie Spanien, Frankreich und Italien seltener dick
sind und länger leben, zudem ist Typ-2-Diabetes weit seltener
verbreitet als etwa im Norden Europas. 

 Auch für die Vorsorge von Krebs, Demenz und Alzheimer zeigen sich
positive Effekte. "Es ist zwar denkbar, dass auch genetische Faktoren
mit eine Rolle spielen. Die Hauptursache der höheren Gesundheit dieser
Länder ist jedoch eindeutig ihre Form der Ernährung", so Paolo Borrione
von der Universität Rom. Die Zusammenstellung dieser Kost habe sich
über lange Zeit entwickelt und sei durch die niedrigeren Einkommen im
Mittelmeerraum geprägt, weshalb man stets auf selbsterzeugte Produkte
gesetzt habe. 
 Eine Umstellung der Ernährung auf die mediterrane Kost komme allen
Altersgruppen zugute, wobei die Auswirkungen durchaus verschieden
seien. "Bei Kindern und Jugendlichen beugt sie Fettleibigkeit und das
metabolische Syndrom vor, bei Alten senkt es die Sterblichkeit und
schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen", erklärt Borrione. Gesund sei die Mittelmeerkost aus mehreren Gründen. "Unter anderem
beinhaltet sie viele Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und
Antioxidanten, die in Summe die Gesundheit stärken und chronische
Krankheiten vorbeugen." Die aufgenommene Energie bleibe gleich, da sich
die Gesamtmenge an den Fetten nicht ändere. "Doch statt gesättigten
nimmt man vor allem ungesättigte Fettsäuren zu sich. Diese 'guten'
Energieträger, die der Körper vollständig umsetzen kann, sind mit
Treibstoff vergleichbar, den ein Auto vollständig verbrennen kann, ohne
dass Rückstände im Tank zurückbleiben." 

 Man greife zu kurz, wenn man Mittelmeerküche nur als Zusammensetzung
der Nahrung sehe, betont Borrione. "Es handelt sich dabei um eine
Lebensweise. Man achtet auf regionale und saisontypische Produkte,
ersetzt Chips durch kleine Essenshappen zwischendurch und Süßigkeiten
durch Obst." Auch die Form der Nahrungsaufnahme spiele eine Rolle. "Wir vergessen
immer mehr, dass eine Mahlzeit auch eine Sozialform besitzt. Wer mit
anderen gemeinsam isst, lässt sich mehr Zeit und genießt das Essen weit
mehr. Im Gegensatz zum stets einheitlichem Fast Food kann man zudem
wählen, was und wie viel man isst", so der Ernährungsspezialist. Damit
ein Land aus Präventionsgründen die mediterrane Kost erfolgreich zum
Standard machen könne, sei ein kompletter Kulturwandel nötig. "Wir
müssen wieder mehr darüber nachdenken, was wir zu uns nehmen", so der
italienische Wissenschaftler. WANC 29.06.09/Quelle: Forum für evidenzbasierte Prävention, pte
 
 
 
 
 
 
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