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Zentrales Ziel der Diabetesbehandlung ist es, das Körpergewicht zu reduzieren (Foto: TK)
> Diabetes: Gewichtsverlust zentrales Therapieziel
Etwa 60 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig und 20 Prozent leiden an Adipositas. Die „Fettleibigkeit“ ist eine chronische Krankheit, die mit einer verkürzten Lebenserwartung, Verlust an Lebensqualität und nicht zuletzt einem hohen Risiko für Typ-2-Diabetes einhergeht. Experten geben jetzt als zentrales Ziel der Diabetesbehandlung vor, das Körpergewicht zu reduzieren.

„Das Körpergewicht ist von zentraler Bedeutung, wenn es um die Behandlung – aber auch die Prävention – von Typ-2-Diabetes geht. Wir können diesem Thema nicht genug Aufmerksamkeit schenken“, erklären Dr. med. Michael Hummel und Dr. med. Martin Füchtenbusch von der Forschergruppe Diabetes am Helmholtz Zentrum München.
 
Lebensstil ändern
Deshalb raten Ärzte, wenn sie die Diagnose „Typ-2-Diabetes“ stellen, ihren Patienten meist dazu, ihre Ernährung umzustellen und sich mehr zu bewegen. Sprich: ihren Lebensstil zu ändern. „Eine nur moderate Gewichtsabnahme von etwa fünf Kilogramm kann bei Patienten bei neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes eine Abnahme des HbA1c um etwa zwei Prozent bewirken und somit die Stoffwechsellage deutlich verbessern“, erklärt Prof. Dr. med. Andreas Hamann, Leiter der Diabetologischen Schwerpunktpraxis in der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim.
 
Diabetesmedikamente bringen oft mehr Pfunde
Doch einfach fällt das Abnehmen meist nicht. Für Patienten, die Diabetesmedikamente einnehmen, ist es sogar besonders schwer, Pfunde zu verlieren. Ein Großteil nimmt eher an Gewicht zu. Denn während die Antidiabetika den hohen Blutzuckerspiegel senken, stimulieren sie gleichzeitig die Ausschüttung von Insulin. „Dieses Zuviel an Insulin in dieser frühen Erkrankungsphase macht es dem Patienten schwer bis unmöglich, sein Gewicht zu verringern oder zu halten“, betont Hamann.
 
Klar sei: Eine erfolgreiche Behandlung von Adipositas und Diabetes sollte von Anfang an das Körpergewicht in die Therapieplanung einbeziehen. Inzwischen stehen den behandelnden Ärzten hierfür auch Antidiabetika zur Verfügung, die das Körpergewicht nicht weiter erhöhen oder sogar zu einer stärkeren Gewichtsabnahme führen.
 
Umstritten: Chirurgische Eingriffe zur Gewichtsreduzierung
Darüber, ob chirurgische Maßnahmen wie etwa Magen-Bypass Operationen oder das Einsetzen eines Magenbandes die Therapie sinnvoll ergänzen können, sind sich die Experten bislang nicht einig. Während manche diese Möglichkeit als Chance sehen, die Stoffwechsellage zu verbessern und Langzeitschäden durch die Diabeteserkrankung abzuwenden, warnen andere vor den Operationsrisiken und Nebenwirkungen wie Vitaminmangel, Unterzuckerungen und Depressionen.
 
10.11.2011/ Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
 
 
 
 
 
 
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