> Chronische Darmerkrankungen: Späte Diagnose
In Deutschland leiden rund 300.000
Menschen an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die Zahl der stationären
Behandlungen dieser Krankheiten wuchs allein in Österreich in den
vergangenen 10 Jahren um 270%. Magen-Darm-Experten äußerten sich auf
einem Fachkongress in Hamburg besorgt über eine zu späte
Diagnosestellung.
Über die Ursachen von chronisch entzündlichen Darm-Erkrankungen ist
noch recht wenig bekannt. Eine genetische Veranlagung in Kombination
mit Umweltfaktoren wie Ernährung und frühkindlichem Kontakt mit
Infektionserregern gelten den Angaben zufolge aber als wahrscheinlich.
Außerdem gibt es ein auffälliges Gefälle der Erkrankungsraten zwischen
Nord- und Südeuropa sowie West- und Osteuropa. Ein besonderer Risikofaktor ist zudem das Rauchen. Rauchen
verschlimmert den Verlauf der entzündlichen Darmkrankheit Morbus Crohn
dramatisch. Es wirkt sich besonders negativ auf die ohnehin von der
Krankheit angegriffene Darmschleimhaut und das Immunsystem aus.
Erkrankte Raucher sprechen schlechter auf Therapiemaßnahmen an und
müssen daher öfter operiert werden. Sie erleiden zudem die gefährlichen
Krankheitsschübe häufiger als Patienten, die nicht rauchen. Sorge bereitet den Ärzten, dass bei vielen Patienten 3 und mehr Jahre
bis zur richtigen Diagnose vergehen. Unzureichend behandelt sind
schwere Komplikationen und unumkehr-bare Schäden wahrscheinlicher.
Häufig sind bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
Begleiterkrankungen an Gelenken, Haut, Leber und anderen Organen. Auch
das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, ist über die Jahre bei
dieser Gruppe um das bis zu 10fache erhöht. WANC 20.02.09, Quelle: Bundesverband Deutscher Internisten (BDI)
 
 
 
 
 
 
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