Sex bei Paaren leidet unter Digitalisierung, aber auch unter vermehrtem Stress und häufiger auftretenden Erektionsstörungen (Foto: Jörg Brinckheger/ pixelio.de)
Sex bei Paaren leidet unter Digitalisierung, aber auch unter vermehrtem Stress und häufiger auftretenden Erektionsstörungen (Foto: Jörg Brinckheger/ pixelio.de)
> Smartphones sind Sexkiller

Smartphones lassen das Liebesleben erkalten. Wie eine in Südafrika durchgeführte Studie zeigt, widmen sich viele Männer eher ihrem digitalen Spielzeug als der Partnerin. Generell scheint die Freizeitgestaltung im Social Web der Freizeitgestaltung mit der realen Freundin den Rang abzulaufen. Doch das sind nicht die einzigen Gründe für ein schlafferes Sexleben.

500 südafrikanische Männer gaben Auskunft zu ihrem Sexleben. Im Durchschnitt hatten die Männer 52 Mal Sex im Jahr. 22% der Männer sagten, sogar weniger als dreimal im Monat Geschlechtsverkehr zu haben und 16% lebten in einer vollkommen sexlosen Beziehung. Das ist im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 104 Geschlechtsakten jährlich nicht gerade viel. Deutsche Befragungen lassen hierzulande auf zwei bis drei Geschlechtsverkehre pro Woche schließen.

Eine Begründung für das abgeschlaffte Liebesleben vieler Männer lässt sich in der zunehmenden Nutzung von Tablets und Smartphones finden. Die digitalen Kommunikationshelfer finden immer mehr Zugang bis in das gemeinsame Schlafzimmer und lenken dort von der Partnerin ab. 34% der Männer gaben zu, das Smartphone im Schlafzimmer zu benutzen, um Kontakte in sozialen Medien zu pflegen, E-Mails zu schreiben und zu beantworten oder im Internet zu stöbern. 51% sagten, dass die Partnerin das nicht anders handhabe. Mariska van Aswegen von Pharma Dynamics verkündet ein wenig bösartig: "Heutzutage scheinen manche Leute ihr Smartphone öfter zu berühren als ihre Partnerin."

Außerdem verschaffen mobile Geräte einen schnellen Zugriff auf pornographische Inhalte, was nach Ansicht von Sexualmedizinern offensichtlich die Lust auf realen Sex mindert. Viele empfinden Sex mit einem Partner als "aufwendig und zeitraubend". Allerdings: Die Studie enthüllt auch, dass es nicht nur die Smartphones sind, die vom Sex ablenken. Viele Paare fühlen sich durch Job, steigenden Arbeitsdruck, Zukunftsangst und anderen Stress so belastet, dass im Bett nicht mehr viel geht.

Und dann führt die Studie einen weiteren Punkt auf, der immer mehr Männer in Panik versetzt: Erektionsstörungen oder medizinisch erektile Dysfunktionen. Der Umfrage zur Folge gaben 23% der südamerikanischen Männer zu, unter Erektionsstörungen zu leiden, davon sagten 12%, damit schon seit mehreren Jahren zu leben. Erhebungen in Deutschland bestätigen, dass bei durchschnittlich 19,2% der Männer zwischen 30 und 80 Jahren eine erektile Dysfunktion diagnostiziert wurde. Es zeigt sich aber auch, dass das Problem altersabhängig ist. Sind bei den 30 -39jährigen gerade einmal 2,3% betroffen, so steigt der Anteil bei den 60-69jährigen auf 34,4% und bei den 70-80jährigen auf 54,5%.

Mediziner meinen, dass Erektionsstörungen heute viel häufiger auftreten als noch vor 10 oder 20 Jahren. Sie glauben, auch zu wissen warum: Als die beiden Hauptgründe werden hohe berufliche Anforderungen im digitalen Zeitalter und falsche Vorstellungen hinsichtlich der erwarteten sexuellen Leistungsfähigkeit eines Mannes genannt. Das führe dazu, dass die Potenz des Mannes leide.

Berliner Ärzteblatt 23.07.2014/ Quelle: Pharma Dynamics

 
 
 
 
 
 
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