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Schwangere mit starkem Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt (Foto: Stockbyte)
> Übergewichtige Mütter: Häufiger Frühgeburten
Übergewichtig und Adipositas können
für Schwangere ein gesundheitliches Problem sein. Doch betrifft das
nicht nur sie selbst. Auch der Nachwuchs kann darunter leiden. So haben
stark oder sehr stark übergewichtige Frauen verglichen mit
normalgewichtigen ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten.
Übergewicht und Fettleibigkeit sind mittlerweile die am häufigsten
auftretenden und beeinträchtigenden Komplikationen bei einer
Schwangerschaft in vielen Staaten. In England sind beispielsweise 33
Prozent aller Schwangeren übergewichtig oder adipös, in Indien 34
Prozent, in China 16 Prozent und in Deutschland ebenfalls etwa 33
Prozent. Übergewichtige und adipose Frauen haben aber ein größeres
Risiko, ihre Kinder zu früh und mit einem niedrigen Geburtsgewicht auf
die Welt zu bringen. Eine Frühgeburt – vor der 37. Schwangerschaftswoche - und ein niedriges
Geburtsgewicht – unter 2500 Gramm - stellen das größte Risiko für
Kinder dar, als Säuglinge zu sterben oder krank zu werden. Kanadische
Forscher haben haben nun heraus gefunden, das je höher das Gewicht eine
Schwangeren ist, desto größer wird das Risiko für eine Frühgeburt. Bei
stark adipösen Frauen mit einem Body Mass Index über 40 lag das Risiko
für eine Frühgeburt bei 70 Prozent über dem von normal gewichtigen
Frauen. Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhten auch das Risiko für eine sehr
frühe Geburt – also vor der 32. oder 33. Schwangerschaftswoche. Auch
hier stieg das Risiko mit dem Gewicht und lag bei sehr stark adipösen
Frauen um 82 Prozent über dem normalgewichtiger. Auch schützte Übergewicht und Fettleibigkeit der Mütter die Kinder
nicht vor einem geringen Geburtsgewicht. Die Studie warnt dazu:
“Klinikärzte müssen beachten, dass Übergewicht oder Adipositas in der
Schwangerschaft ein geringes Geburtsgewicht nicht verhindert, deshalb
sind Kontrollmaßnahmen angezeigt.” Wie sehr sich starkes und sehr starkes Übergewicht auf die Gesundheit
von Schwangeren und ihren Nachwuchs auswirkt, haben bereits Forscher
der Universität Greifwald nachgewiesen. So nahm bei Schwangeren mit
steigendem Ausgangs-BMI auch die Häufigkeit der untersuchten
Krankheiten zu. Nur 1,2 % der normalgewichtigen Frauen litten
beispielsweise unter Bluthochdruck, bei denen mit einem BMI zwischen
30,00 und 34,99 waren es 7,1 %, bei denen mit einem BMI zwischen 35,00
und 39,99 waren es 12,5 % und bei denjenigen mit einem BMI ≥ 40 lag der
Anteil bei 18,3 %. Ein ähnliches Bild bot sich bei der erhöhten Eiweißausscheidung im
Urin, bei Wassereinlagerungen, bei Schwangerschaftsdiabetes sowie bei
der sogenannten Präeklampsie und Eklampsie. Die Präeklampsie, die die
Vorstufe der Eklampsie darstellt, ist durch die Leitsymptome
Bluthochdruck und erhöhte Eiweißausscheidung gekennzeichnet. Die
Eklampsie geht mit weiteren Komplikationen, wie z.B. Krämpfen, einher. Aber auch beim Fetus wirkte sich das Übergewicht der Schwangeren aus,
berichtet die Adipositas Stiftung Deutschland. Mit steigendem BMI
erhöhten sich die Raten von abnormen fetalen Herzschlägen kurz vor der
Geburt sowie vom sogenannten cephalo-pelvinen Missverhältnis, d.h. der
Diskrepanz zwischen der Größe des kindlichen Kopfes und dem Geburtsweg.
Letzteres war möglicherweise der Grund für die höhere Kaiserschnittrate
bei den Schwangeren mit einem BMI ≥ 40, die bei 32 % lag. In dieser
Studie wuchs mit steigendem BMI der Mütter die Zahl der Neugeborenen,
deren Geburtsgewicht über dem Durchschnitt lag. Es kam – wie auch in
der Untersuchung der kanadischen Forscher - vermehrt zu Frühgeburten,
also Entbindungen vor der 37. Schwangerschaftswoche, je adipöser die
Schwangere war. WANC 09.08.10, Quelle: BMJ-British Medical Journal, EurekAlert
 
 
 
 
 
 
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