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In Schulen mit schlechtem Klassenklima ist der Anteil von Schülern mit regelmäßigen Beschwerden deutlich erhöht (Foto: Stock photo)
> Deutschlands Schüler: Viele leiden unter Stress

Sie sind gereizt, können schlecht
schlafen und klagen über Schmerzen: Jeder dritte Schüler in Deutschland
berichtet von regelmäßigen Stress-Symptomen. Vor allem sind Mädchen
betroffen, belegt eine Studie. 40 Prozent der Schülerinnen haben
mehrmals in der Woche psychosomatische Beschwerden. Abhängig sind die
Beschwerden vor allem vom Klassenklima.


Bei den Beschwerden werden Einschlafprobleme (22 Prozent) und
Gereiztheit (21 Prozent) am häufigsten genannt. Kopfschmerzen und
Rückenschmerzen geben jeweils rund 16 Prozent der Befragten an. Über
Niedergeschlagenheit klagen 14 Prozent. Es folgen Nervosität (11
Prozent), Schwindelgefühle (9 Prozent) und Bauchschmerzen (8 Prozent).
Jeder zehnte Schüler berichtet, dass er sogar täglich zwei oder mehr
Beschwerden hat.   Die Studie, die die Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der DAK an
15 Schulen in vier Bundesländern durchgeführt hat, enthüllt, dass viele
Probleme offenbar eng mit dem Klassenklima zusammen hängen. In Schulen
mit schlechtem Klassenklima ist der Anteil von Schülern mit
regelmäßigen Beschwerden deutlich erhöht. Mehr als 50 Prozent der
Betroffenen fühlen sich in der Schule „verzweifelt“. Insgesamt geben
mehr als zwei Drittel der Schüler mit häufigen Beschwerden an, dass sie
in der Schule regelmäßig negative Gefühle erleben. Jeder zweite Schüler mit häufigen Beschwerden berichtet ferner von
Prüfungsangst. „Die Gesundheit vieler Jungen und Mädchen leidet unter
schulischen Belastungen“, erklärt Dr. Cornelius Erbe, Leiter des
DAK-Geschäftsbereiches Produktmanagement. „Wird falsch auf diese
Belastungen reagiert, können negative Gefühle und psychosomatische
Beschwerden entstehen. Wichtig ist, dass auch Lehrer und Eltern die
Probleme offen angehen. Schweigen und Verdrängen macht alles noch
schwieriger.“ Schüler, die Probleme eher vermeiden, berichten mehr als
doppelt so häufig von regelmäßigen Beschwerden. Auffällig sind deutliche Geschlechtsunterschiede. So berichten Mädchen
mit 38,2 Prozent fast doppelt so häufig wie Jungen (21,3 Prozent) von
psychosomatischen Beschwerden. Bei einzelnen Symptomen ist der
Unterschied noch gravierender. Während zum Beispiel 25,3 Prozent der
Mädchen über Kopfschmerzen klagen, sind es bei den Jungen lediglich 8,4
Prozent. Vor allem in der Pubertät und beim Übergang in den Beruf
treten die körperlichen und psychischen Probleme besonders häufig auf.
Bei Mädchen steigen die Beschwerden ab dem 15. Lebensjahr
kontinuierlich an, während sie bei Jungen ab dem 12. Lebensjahr nicht
weiter zunehmen. An der aktuellen Befragung haben sich insgesamt 4482 Schüler von drei
Haupt- und Realschulen, drei Gesamtschulen, vier Gymnasien und fünf
Berufsschulen beteiligt. „In allen Schulformen berichten Mädchen
deutlich häufiger als Jungen von Beschwerden“, erklärt Projektleiterin
Anica Richardt von der Leuphana Universität Lüneburg. „Aber
Gymnasiasten geben insgesamt seltener an, unter psychosomatischen
Beschwerden zu leiden. Dieser Unterschied wird besonders bei Kopf- und
Rückenschmerzen deutlich.“ MA 15.01.10, Quelle: DAK, Studie „Subjektive Gesundheitsbeschwerden von Schülern“

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