Schwimmende Frau
Frauen leiden wesentlich öfter an einer Schilddrüsenunterfunktion als Männer
> Schilddrüse: Unterfunktion häufig nicht erkannt
Vor allem bei älteren Menschen
fällt eine Schilddrüsenunterfunktion oft nicht oder nur
sehr spät auf. Davon sind Frauen wesentlich häufiger
betroffen als Männer.


Ältere Menschen mit einer
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
weisen nicht immer die typischen Symptome, wie einen niedrigen Puls
und Blutdruck oder erhöhte Blutfettwerte, auf. Im Alter ähneln
die Krankheitszeichen vielmehr den normalen Alterserscheinungen und
werden deshalb oftmals vom Arzt nicht oder erst spät erkannt.
Bei einem solchen auch als Altershypothyreose bezeichneten
Hormonmangel fällt es Medizinern schwer, die Anzeichen richtig
zu interpretieren. Auch, weil nicht selten die psychische Verfassung
der Patienten verändert sind.



Eine Unterfunktion der Schilddrüse
führt zu einer Verringerung verschiedener Stoffwechselprozesse.
„Da der Stoffwechsel auch im Alter häufig zurückgefahren
wird, fällt die Erkrankung deshalb nicht so auf", sagt
Prof. Otto-Albrecht Müller vom Berufsverband Deutscher
Internisten (BDI). Betroffene fühlen sich häufig müde,
sind vergesslich und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.
Ihre Haut ist blass und fühlt sich teigig an. „Besonders wenn
sich ursprünglich lebhafte Menschen innerhalb kurzer Zeit in
sich zurückziehen und lethargisch werden, kann dies auf eine
schlecht funktionierende Schilddrüse hindeuten", erklärt
der Hormonspezialist. Auch eine Depression könne auf die
Schilddrüse zurückgehen.



Ein weiterer wichtiger Hinweis sind
Gewichtsveränderungen. Patienten, die trotz magerer Kost
plötzlich zunehmen, leiden möglicherweise unter einer
Schilddrüsenunterfunktion. „Kommen mehrere dieser Symptome
zusammen, sollte man unbedingt einen Endokrinologen aufsuchen und um
Rat fragen", rät Müller. Denn ein Mangel an
Schilddrüsenhormonen könne ernste Folgen
haben und zu Arteriosklerose, Herzmuskelschwäche sowie
Halluzinationen bis hin zum Koma führen. „Dazu muss es aber
nicht kommen, denn die Erkrankung kann durch regelmäßige
Einnahme von Hormonen sehr gut behandelt werden."



Eine Unterfunktion der Schilddrüse
tritt meistens zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr auf. Frauen
sind davon wesentlich häufiger betroffen als Männer.
Ursachen sind entweder vorausgegangene Behandlungen der Schilddrüse
(Operation, Radio-Jod-Therapie oder Schilddrüsenmedikamente)
oder eine Überreaktion des Immunsystems
(Hashimoto-Thyreoiditis).
Bei einer solchen Autoimmunerkrankung greift das körpereigene
Immunsystem das Drüsengewebe an und zerstört dieses.



WANC 23.04.08/Quelle: Berufsverband
Deutscher Internisten

 
 
 
 
 
 
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