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Zecken tragen die Erreger im Darm - sie werden erst bei längerem Saugen übertragen (Foto: Baxter)
> Zecken: So beugen Sie Borreliose und FSME vor

Ab März ist es wieder so weit: die
Zeckenzeit beginnt. Hunde und Katzen stromern gerne durch Gebüsch und
hohes Gras. Von ihren Streifzügen bringen sie zwischen Frühjahr und
Herbst oft "blinde Passagiere" mit: Zecken, auch Holzböcke genannt. Sie
befallen gerne Menschen und können beim Blutsaugen Krankheiten wie
Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.
Dagegen hilft vor allem, die Zecken möglichst früh zu entfernen, damit
sie sich erst gar nicht festbeißen kann.
"Hunde- und Katzenbesitzer sollten deshalb ihre Tiere und sich selbst
regelmäßig auf Zecken absuchen", empfiehlt Dr. Detlef Schmidt, Arzt im
AOK-Bundesverband. Das gilt auch für Naturliebhaber und Spaziergänger.
Am besten ist es, die Zecken zu entfernen, bevor sie sich festgebissen
haben.

 Ein Zeckenbiss an sich ist nicht gefährlich. Nach Angaben des
Robert-Koch-Institutes sind fünf bis 35 Prozent der Insekten mit
Bakterien befallen, die Lyme-Borreliose übertragen können. Zwar kommt
es nach einem Zeckenstich nur bei eineinhalb bis sechs Prozent der
Betroffenen zu einer Infektion. Dennoch ist die Lyme-Borreliose
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte mit geschätzten 60.000
Neuinfektionen pro Jahr die häufigste durch Zecken übertragene
Krankheit. Da Zecken ab etwa sieben Grad Celsius aktiv sind, können
Infektionen zwischen März und Oktober auftreten.

 Das Krankheitsbild der Lyme-Borreliose ist sehr vielgestaltig. Nach
einer Infektion dauert es oft Tage bis Wochen, bis die Erkrankung
ausbricht. Im Anfangsstadium bildet sich um die Einstichstelle herum
eine Rötung der Haut mit blassem Mittelfeld, die sich ringförmig
ausbreitet und von Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie
Abgeschlagenheit begleitet ist.

 “Gehen Sie bei solchen Anzeichen sofort zum Arzt. Wird die Erkrankung
frühzeitig erkannt, lässt sie sich mit Antibiotika gut behandeln", rät
Schmidt. Schreitet die Erkrankung voran, kann sie brennende Schmerzen
und vorübergehende Lähmungen verursachen. Im dritten Krankheitsstadium
kann die sogenannte Lyme-Arthritis mit chronischen Gelenkschmerzen
auftreten. Davon sind meist die Kniegelenke betroffen. In seltenen
Fällen verursacht die Erkrankung Jahre später eine chronische
Hirnentzündung mit bleibenden Lähmungen.

 Lyme-Borreliose kommt hierzulande sehr viel häufiger vor als die
Infektionskrankheit FSME, die eine Entzündung des Gehirns und der
Hirnhaut hervorrufen kann. Laut RKI wurden im Jahr 2009 insgesamt 313
Erkrankungen gemeldet. FSME wird durch Viren ausgelöst, die in
bestimmten Risikogebieten in Deutschland vorkommen. Wo sie liegen,
darüber informiert das RKI im Internet. Versicherte, die in einem
solchen Risikogebiet wohnen oder dorthin reisen, können sich gegen die
Infektionskrankheit auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen impfen
lassen.

Gegen Borreliose gibt es dagegen keinen Impfschutz. "Daher ist es am besten, Zeckenbisse von vornherein zu vermeiden", rät
Schmidt. So sollten Spaziergänger möglichst auf festen Wegen bleiben
und Unterholz, hohes Gras sowie den Hautkontakt zu bodennahen Pflanzen
meiden. Sinnvoll sei es auch, geschlossene Schuhe, Strümpfe und lange
Hosen zu tragen. Auf heller Kleidung, die den Körper weitgehend
bedecken sollte, kann man die Zecken nach dem Spaziergang am besten
erkennen. Einen gewissen Schutz für einige Stunden bieten sogenannte
Repellentien, die auf die Haut aufgetragen werden. Sie sind als Spray
und Salbe in Drogeriemärkten und Apotheken erhältlich. Für Haustiere
gibt es Zeckenhalsbänder, die jedoch ebenfalls nur zeitlich begrenzt
wirken.

 "Hat sich eine Zecke dennoch festgebissen, sollten Sie sie sofort
entfernen", mahnt Schmidt. Die Borreliose-Erreger befinden sich im Darm
der Zecke und werden erst bei längerem Saugen übertragen. Wird das
Insekt schnell entfernt, sei das Infektionsrisiko dagegen sehr gering.


 Am besten ist es, das Tier mit einer speziellen Zeckenpinzette oder
vorsichtig mit den Fingern zu entfernen. Dazu sollte man den Holzbock
im Kopfbereich nah an der Haut fassen und ihn mit gleichmäßigem Druck
herausdrehen. "Achten Sie darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird,
sonst kann sie Krankheitserreger übertragen", warnt Schmidt. Auf keinen
Fall sollte sie mit Öl, Klebstoff oder Nagellack bedeckt werden.
Empfehlenswert ist es, die Wunde nach dem Entfernen der Zecke
sorgfältig zu desinfizieren. Entzündet sich die Einstichstelle, sollte
man unbedingt einen Arzt aufsuchen. 23.02.2011, Quelle: AOK
 
 
 
 
 
 
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