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Extremer Stress in der Schwangerschaft wirkt sich auf das Immunsystems des Ungeborenen aus (Foto: Stock photo)
> Stress in der Schwangerschaft: Kann Asthma fördern
Stress in der Schwangerschaft kann das
Risiko des Babys erhöhen, im späteren Leben an Asthma zu erkranken.
Forscher stellten fest, dass sich Stress auf die Ausgestaltung des
Abwehrsystems des Baby schon im Mutterleib auswirkt. Er steigert die
Abwehrreaktion so, dass es auf normale Umweltstoffe mit einer
überschießenden Reaktion – der Allergie - reagiert.
Wissenschaftler untersuchten die Marker bestimmter Immunfunktionen im
Blut von Neugeborenen, deren Mütter entweder hohem oder niedrigem
Stress während der Schwangerschaft ausgesetzt waren. Dr. Rosalind
Wright, Ärztin am Brigham and Women's Hospital stellt dazu fest, dass
bei Frauen, die während ihrer Schwangerschaft unter hoher
Stressbelastung litten, die Zytokine-Produktion anders ausfällt als bei
Frauen, die weniger Stress ausgesetzt sind. Warum Zytokine bei diesem Prozess so wichtig sind? Zytokine sind
Stoffe, die das Wachstum vom Zellen steuern. Man bezeichnet sie deshalb
auch als Wachstumsfaktoren. Diese Stoffe sorgen beim Immunsystem dafür,
in wieweit sich Abwehrkräfte gegen bestimmte Einflüsse bilden. Damit
können Zytokine auch beeinflussen, wie stark die Reaktion der
Körperabwehr auf Umwelteinflüsse wie Staub, Milben, Tierhaare,
Schimmelpilze oder andere virale und bakterielle Allergieauslöser
ausfällt. Asthma und Allergien sind aber die überbordende
Abwehrreaktionen auf normalerweise eher harmlose Umweltstoffe. Sie
äußern sich in den vorgenannten entzündlichen Prozessen. Inwieweit sich aber Stress auf die Entstehung von Asthma auswirken
kann, weiß man bisher kaum. Es gibt Hinweise, dass Stress während der
Schwangerschaft das Immunsystem der Ungeborenen schon im Mutterleib
beeinflusst. Um das genauer heraus zu finden, haben Wright und Kollegen 557 Familien
über ihre Stressbelastung befragt. Dabei spielten Punkte wie
finanzielle Situation, Nachbarschaft oder auch die familiären Zustände
(z.B. häusliche Gewalt) eine Rolle. Bei Neugeborenen in diesen Familien
wurde das Blut auf Immunzellen untersucht. Diese wurden mit Allergenen
stimuliert und die Reaktion der Zytokin-Produktion festgehalten. Dabei ergab sich, dass psychischer Stress bei der Programmierung des
Immunsystems des Ungeborenen eine Rolle spielt. Erklärt Wright: „Die
Zytokin-Struktur bei Kindern von sehr gestressten Müttern sind ein
Indikator dafür, wie das Immunsystem des Kindes bei seiner Geburt
funktioniert. Und sie kann Hinweise auf erhöhte Risiken liefern, Asthma
und Allergien im späteren Leben zu entwickeln.“ WANC 22.03.10, Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine
 
 
 
 
 
 
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