In bestimmten Branchen ist das Brustkrebsrisiko erhöht (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
In bestimmten Branchen ist das Brustkrebsrisiko erhöht (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
> Brustkrebs: Es gibt Jobs, die das Erkrankungsrisiko erhöhen
Offensichtlich gibt es Arbeitsplätze, die das Risiko erhöhen, dass Frauen an Brustkrebs erkranken. Das sagt zumindest eine Studie aus Kanada, in der ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Entstehen von Brustkrebs und dem Job untersucht wurde. Die Studie hat heraus gefunden, dass es bestimmte Branchen gibt, in denen dieser Zusammenhang sehr deutlich nachgewiesen werden konnte. Als gefährlich stellten sich Branchen heraus, in denen die Frauen Kanzerogenen (krebserregende Stoffe) und edokrinen Disruptoren (Substanzen, die das Hormonsystem schädigen) ausgesetzt sind.

Dass es einen Zusammenhang zwischen dem ausgeübten Beruf und der Erkrankung an Brustkrebs gibt, dafür haben frühere Studien bereits Belege gefunden. So erkranken Frauen, die nachts oder in Tag-/Nacht-Schichten arbeiten, häufiger an Brustkrebs als Frauen, die nur tags arbeiten. Jetzt haben kanadische Wissenschaftler ermittelt, dass auch in bestimmten Berufen Frauen häufiger an Brustkrebs erkranken. Dazu haben sie 1006 Frauen mit und 1146 Frauen ohne Brustkrebserkrankung untersucht.

Demnach haben Frauen, die krebserregenden oder das Hormonsystem schädigenden Substanzen für eine Dauer von zehn Jahren ausgesetzt sind, ein durchschnittlich 42% erhöhtes Brustkrebsrisiko. In der Landwirtschaft liegt das Risiko bei 36%, in Gaststätten und Spielhallen bei 128%, in der Metallverarbeitenden Industrie bei bei 73%, in der Herstellung von Plastikbauteilen für die Automobilindustrie  um 168% und die Lebensmittelverarbeitung in Konservendosen um 135%.

Berliner Ärzteblatt 28.11.2012/ Quelle: Environmental Health 2012, doi:10.1186/1476-069X-11-87

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