Tennis
Tennisarm: Überbeanspruchung des Unterarms durch stundenlange gleiche Bewegungen (Foto: pte)
> Tennisarm: Meist vor dem Computer

Der so genannte Tennisarm entsteht heutzutage seltener beim Tennis, als vielmehr durch sporadisches, aber exzessives Heimwerken. Aber auch Menschen, die am Computer arbeiten und Hausfrauen sind zunehmend betroffen.

Durch veränderte Schlagtechniken und verbesserte Materialien laufen Tennisspieler immer seltener Gefahr, sich solch eine Entzündung der Muskulatur im Ellenbogenbereich zuzuziehen. Viel häufiger sind es Büromenschen, die zuhause zum Beispiel stundenlang Wände gestrichen oder einen Gartenschuppen aus dem Heimwerkermarkt an einem einzigen Wochenende aufgebaut haben.

Die Überbeanspruchung des Unterarms durch stundenlange gleiche Bewegungen – Hämmern, Tackern und Schrauben – oder andere kraftvolle Zupack-Bewegungen, ist bei ungeübten Menschen eine der Hauptursachen für den Tennisarm – der damit zunehmend zum „Heimwerker-Arm“ mutiert. Aber auch wenn sich Ungeübte beim Hausputz zu stark ins Zeug legen, durch das Tragen schwerer Lasten oder das ständige Arbeiten mit Maus und Tastatur können die stechenden Schmerzen entstehen. Daher spricht man auch vom „Mausarm“.


Bei einem Tennisarm – die exaktere Bezeichnung ist Tennisellenbogen – entstehen durch Überbeanspruchung Mikrorisse im Sehnenansatz der Unterarm-Streckmuskulatur am Ellenbogen. Meist verheilen diese Risse nicht von alleine, sondern lösen eine schmerzhafte Entzündung aus. Eine Berührung des betreffenden kleinen Knochenvorsprungs am Ellenbogen verursacht einen starken, stechenden Schmerz. Die Faust wird zunehmend kraftlos, das Anheben und Tragen schwerer, später auch leichterer Gegenstände wie einer Kaffeetasse tun weh. Schließlich fallen immer häufiger Dinge aus der Hand, und ein Greifen, sogar Händeschütteln wird fast unmöglich. Die Schmerzen können sich auch – insbesondere beim Mausarm – in Handgelenken, Handrücken, Unterarm und Fingern bemerkbar machen.

Bei akuten Tennisarm-Beschwerden sollte der Arm vor allem geschont werden. Deshalb gilt: Mögliche Belastungen vermeiden. Auch kalte oder warme Anwendungen mit Umschlägen oder Kompressen, aber auch die Wärmetherapie mit Rotlicht, können sich positiv auswirken. Allerdings muss jeder Patient selber herausfinden, ob ihm Kälte oder Wärme besser bekommt. Denn was dem einen hilft, kann beim anderen die Schmerzen in Einzelfällen sogar noch verstärken.

Noch vor wenigen Jahren wurde ein akuter Tennisarm kurzerhand eingegipst. Zwar ist die Schonung des betroffenen Armes immer noch eine der wichtigsten Maßnahmen, allerdings wird dafür kein Gips mehr verwendet, denn durch den Gips wird die betroffene Muskulatur so geschwächt, dass sich schon bald nach dem Abnehmen desselben die Schmerzen erneut einstellen.


Verheilen die Mikrorisse im Zuge einer Behandlung, bleibt ein verkürzter Sehnenansatz zurück. Bei anschließender erneuter Belastung kann es schnell wieder zu Rissen und Beschwerden kommen. Daher ist es besonders wichtig, gleich nach dem Ausheilen mit Rehabilitationsmaßnahmen wie Physiotherapie zu beginnen, bei denen der Sehnenansatz vorsichtig wieder gedehnt wird.

Tipps des Deutschen Grünen Kreuzes für Zuhause und fürs Büro


  • Zur Vorbeugung sollten wiederkehrende Bewegungsabläufe am besten vermieden werden. Ist das nicht möglich, die Arme vor der Belastung aufwärmen. Dazu den Arm zur Schulter führen und locker eine Faust bilden. Dann den Arm nach unten ausstrecken, die Hand dabei öffnen und nach außen drehen.
  • Beim Heimwerken auf das richtige Werkzeug achten. Außerdem: Statt Schrauben mühsam von Hand einzudrehen, besser die Kraft eines Akkuschraubers nutzen.
  • Am Computer sollte man bequem und gerade sitzen können. Dafür den Monitor auf Augenhöhe einstellen. Die Hände sollten locker vor der Tastatur aufliegen können und mit dem Arm eine Gerade bilden. Eine geknickte Handhaltung vermeiden.
  • Statt ständig zur Maus zu greifen, ist es besser die Kurzbefehle auf der Tastatur zu nutzen. Denn prinzipiell gilt: Wenn die Maus nicht zwingend benötigt wird, Hände weg von ihr.
  • Schonender für die Arme ist das Schreiben mit zehn Fingern. Generell sollte die Tastatur so gewählt werden, dass ein bequemes Arbeiten möglich ist. Inzwischen werden auch ergonomische Tastaturen und Computermäuse angeboten. Diese Tastaturen sollten aber nur benutzt werden, wenn man das Schreiben mit zehn Fingern beherrscht.
  • Auch Abwechslung hilft dabei, eine Überlastung zu vermeiden. Also, gewohnte Arbeitsschritte ruhig mal mit links durchführen. Auch wenn der Griff zuweilen dann mal ins Leere geht.
  • Handstärkende Übungen lassen sich leicht in den Arbeitsalltag einbauen. Einfach Arm und Hand gerade halten und seitlich leicht gegen eine Fläche drücken. Die Übung sowohl mit der Handfläche, als auch dem Handrücken durchführen. Oder noch einfacher: Die Hände locker lassen und ausschütteln.

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